Expertenanhörung im Familienausschuss der Bürgerschaft zur Lage der Jugendhilfe am 12.12.2025 von 14-17 Uhr (Update: 7.1.26)

Am 12. Dezember findet von 14-17 Uhr im Familien-, Kinder- und Jugendausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft eine öffentliche Expertenanhörung zur Lage der Jugendhilfe statt. Die Tagesordnung ist hier abrufbar: Tagesordnung.

Die Veranstaltung findet im Sitzungssaal 2.04, 2. Obergeschoss, Adolphsplatz 6, 20457 Hamburg statt.

Für 13 Uhr ruft die Interessenvertretung Offene Arbeit (IVOA) zu einer Kundgebung vor dem Gebäude Adolphsplatz 6 auf, um gegen die derzeit geplanten Kürzungen im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Familienförderung zu protestieren (vgl. Pressemitteilung der IVOA vom 5.12.25 und Berichterstattung von NDR und taz). Wir rufen alle Interessierten zur Teilnahme auf!

Berichterstattung:

Wortprotokoll:

Mittlerweile (07.01.2026) ist auch das Wortprotokoll der Sitzung in der Parlamentsdatenbank abrufbar: Download

Im Kontext der Anhörung sind die Schriftlichen Kleinen Anfragen 23/2249 (Zur Situation der Offenen Kinder- und Jugendarbeit) sowie 23/2334 (Zur Situation im Allgemeinen Sozialen Dienst) und die Antworten des Senats, die auch auf der Seite Materialien aufgeführt sind, lesenswert.

Kundgebung vor der Sitzung des Familienausschusses
Vor Beginn der Sitzung des Familienausschusses

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„Wer bin ich – ohne Dach überm Kopf?“ Straßenkinder in Hamburg – Housing First (Aufzeichnung online)

Wie kann es sein, dass immer mehr junge Menschen obdachlos werden? Mindestens 150 in Hamburg unter 14, weit mehr ältere Jugendliche! Wie erleben sie diese Situation? Was suchen und brauchen sie? Welche Antworten hat das Hilfesystem? Wer trägt Verantwortung in der Politik?

Lärry Beckmann schildert ihre eigenen Erfahrungen als 15-Jährige auf Hamburgs Straßen, wirbt für ein Angebot (z.B. „Momo“), in dem die Betroffenen eine entscheidende Beteiligung und Mitsprache haben.

Ronald Prieß, als „Botschafter der Straßenkinder“, und Malte Block, Bereichsleiter eines großen Trägers, belegen mit ihr zusammen die Notwendigkeit und die Chancen eines individuellen, niedrigschwelligen, umfassenden, aber flexiblen Hilfeangebots, dessen Basis ein Wohnungspool ist (Housing First): Vertrauensvorschuss statt Wegsperren. Haltende Beziehung statt Erziehung, Halt statt Ausschluss, Sichern des Grundrechts Wohnen, das auch nach Auslaufen der Hilfen bestehen bleibt. Immer wieder wird auf positive Erfahrungen bestehender Modelle im Ruhrgebiet verwiesen. Folgt Hamburg?

Prof. Dr. Thomas Bock im Gespräch mit Lärry Beckmann (Erfahrung mit früher Obdachlosigkeit), Ronald Prieß (Botschafter der Straßenkinder in Hamburg, AK Kinder, Jugend und Bildung der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e.V.), Malte Block (Housing First)

Weitere Infos finden sich auch auf www.irremenschlich.de.

Bericht über den Kinder- und Jugendhilfegipfel am 4. April 2025

Auf der Seite zum Kinder- und Jugendhilfegipfel am 4. April 2025 ist nun ein erster Bericht über die Veranstaltung zu finden. In den nächsten Tagen werden weitere Elemente zur Dokumentation und Auswertung folgen.

Die Erklärung „Kinder- und Jugendhilfe kann nicht neutral sein – sie muss sich positionieren! Zum Neutralitätsgebot als Disziplinierungsinstrument“ kann hier als gestaltetes Flugblatt heruntergeladen werden:

 

In Hamburg tut sich was! – Zum Jugendhilfe-Gipfel am 4. April

Der zweite Kinder- und Jugendhilfegipfel unter dem Motto „Tu was, Hamburg!“, der am Freitag, d. 4. April in den Räumlichkeiten der Patriotischen Gesellschaft von 1765 stattgefunden hat, war mit über 150 Teilnehemerinnen und Teilnehmern sehr gut besucht. In sechs Workshops, einer Vollversammlung und im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde angeregt diskutiert und Schritte für weitere Aktivitäten verabredet. Der NDR berichtete hier und hier über den Gipfel.

Im Rahmen der Vollversammlung wurd aus aktuellem Anlass eine Erklärung zum „Neutralitätsgebot als Disziplinierungsinstrument“ verabschiedet. Sie steht unter der Überschrift „Kinder- und Jugendhilfe kann nicht neutral sein – sie muss sich positionieren!“ und kann hier nachgelesen werden.

In den nächsten Tagen werden wir auf dieser Seite eine Dokumentation der Veranstaltung (Videos, Fotos und Präsentationen) sowie weitere Infos zu nächsten Aktivitäten veröffentlichen.

Aufruf und Programm zum Kinder- und Jugendhilfegipfel II (4.4.25) online

Es ist soweit: Am Freitag, d. 4. April 2025 findet von 9-16 Uhr der nächste Kinder- und Jugendhilfegipfel unter dem Motto „Tu was, Hamburg!“ statt. Dieses mal in den Räumlichkeiten der Patriotischen Gesellschaft von 1765 (Trostbrücke 6).

Download Einladungs- und Programm-Flyer

Mit sechs verschiedenen Workshops (u.a. mit Basement e.V., Prof. Dr. Nikolaus Meyer (Uni Fulda), Kerstin Kubisch-Piesk (BAG ASD), Prof. Dr. Michael Klundt (HS Magdeburg-Stendal), Helen Vogel (SJD-Falken Hamburg), Dr. Wolfgang Hammer sowie Kollegen aus dem Fanladen St. Pauli und dem HSV-Fanprojekt) zu unterschiedlichen Herausforderungen der gegenwärtigen Jugendhilfe bzw. Sozialen Arbeit, einer Vollversammlung, moderiert von Burkhard Plemper, und einer Podiumsdiskussion zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe mit Dr. Dirk Bange (Sozialbehörde), Anja Post-Martens (VKJH), Ronald Prieß (AK Kinder, Jugend und Bildung der Patriotischen Gesellschaft), Klaus Wicher (SOVD), einem ver.di-Vertreter u.a. wollen wir an die Diskussionen, die wir bei den letzten Gelegenheiten geführt haben, anknüpfen.

Der Flyer mit dem ausführlichen Einladungstext sowie dem kompletten Programm ist ab sofort hier abrufbar: https://www.tu-was-hamburg.de/?page_id=503

Wenn ihr gedruckte Flyer erhalten möchtet oder Rückfragen habt, freuen wir uns über eine Nachricht an tu-was-hamburg@gmx.de.

Die Teilnahme ist kostenfrei möglich. Für eine gute Planung bitten wir jedoch alle Interessierten um eine Anmeldung über die Homepage der Patriotischen Gesellschaft von 1765: https://www.patriotische-gesellschaft.de/veranstaltungen

Zur Fachveranstaltung zum Eckpunktepapier „‚Housing First‘ – auch für junge Menschen“ am 21.2.25 (Update vom 5.3.2025)

Am Freitag, den 21.2.25 hat die Fachveranstaltung zum Eckpunkte- und Grundlagenpapier „‚Housing First‘ – auch für junge Menschen!“ der AG Wohnungen für Straßenkinder im Wichernsaal der Evangelischen Hochschule stattgefunden. Mit 120 Teilnehmer*innen über den Tag war sie sehr gut besucht.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg! Von Seiten der Fachbehörde war zu vernehmen, dass die Gespräche mit den Verfassern des Eckpunktepapiers fortgesetzt werden sollen und dass bereits in diesem Jahr mit einer geringeren Anzahl von Plätzen begonnen werden soll. Es gibt auch schon eine Reihe von Trägern, die sich vorstellen können, einen Trägerverbund auf den Weg zu bringen.

Auf dem nächsten Kinder- und Jugendhilfegipfel am 4. April in den Räumlichkeiten der Patriotischen Gesellschaft von 1765 soll dieses neue Angebot in der Kinder- und Jugendhilfe gemeinsam mit der Fachbehörde weiter öffentlich bewegt werden. Die gesamte Veranstaltung wurde aufgezeichnet und wird zeitnah auf dieser Seite veröffentlicht werden.

In der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift FORUM für Kinder- und Jugendarbeit werden dazu zudem Beiträge im Schwerpunkt erscheinen.

Ein Interview mit Malte Block ist bereits in der taz erschienen und kann hier abgerufen werden: https://taz.de/Sozialarbeiter-ueber-obdachlose-Teenager/!6067258/

Das Manuskript des Vortrags von Johannes Richter zum Eckpunktepapier kann, genauso wie die Folien zu seinem Vortrag, hier heruntergeladen werden:

Update (05.03.2025):

Auf der Homepage der Evangelischen Hochschule ist ein Bericht über den Fachtag erschienen, auf den wir hier gerne hinweisen möchten: „Fachtag: Minderjährige Wohnungslose im Fokus“

Die Aufzeichnung der Fachveranstaltung kann jetzt hier bei Youtube nachgesehen werden. Über die Links in der Videobeschreibung kann zu den einzelnen Teilen des Programms gesprungen werden:

Fachveranstaltung „Obdachlose Kids von der Straße holen!“ (21.02.25)

Am 21. Februar 2025 von 9:30 – 14:30 Uhr im Wichern-Saal des Rauhen Hauses, Horner Weg 190, 22111 Hamburg

Es ist inzwischen Alltag in vielen Großstädten – so auch in Hamburg: Immer mehr Minderjährige und junge Erwachsene sind ohne Obdach. Der Mittelpunkt in ihrem Leben ist die Straße. Sie pendeln zwischen der Straße und der Kinder‐ und Jugendhilfe, kommen zwischendurch bei Freunden und Bekannten unter oder kehren – in vielen Fällen kurzzeitig – zu ihren Eltern zurück. Wenn es sehr schlecht läuft, landen sie bei dubiosen Erwachsenen auf dem Sofa. Sie leben vom Betteln, klauen Lebensmittel oder prostituieren sich. Viele landen auch beim Kinder‐ und Jugendnotdienst, einige verlassen diesen auch wieder mit oder ohne Perspektive, andere verbleiben dort ohne Anschlussangebote, weil sie nicht in einer Gruppe leben können.

Mindestens 150 Minderjährige leben in solchen Verhältnissen auf Hamburgs Straßen! Das hat die AG Wohnungen für Straßenkinder aus den Antworten des Hamburger Senats auf eine Große Anfrage der Partei DIE LINKE errechnet. Dieser Zustand ist nicht vom Gesetz gedeckt. Nach dem Kinder‐ und Jugendhilfegesetz müssen diese Kinder und Jugendlichen in Obhut genommen werden. Und zwar nicht erst 2030, wie es die Europäische Union, die Bundesregierung und auch der Hamburger Senat für alle Obdachlosen anstreben, sondern zeitnah.

Deswegen hat sich die AG Wohnungen für Straßenkinder, die im Rahmen des Netzwerkes von Tu Was, Hamburg! aktiv ist, zum Ziel gesetzt, diesen Zustand zu beenden. Wir haben ein Eckpunktepapier verfasst, das ein neues Angebot für die Kinder‐ und Jugendhilfe vorschlägt. Vorbild ist die Praxis der Werkstatt Solidarität Essen gGmbH in Nordrhein‐Westfalen.

Kernpunkte dieses Vorschlags sind: Ein integriertes Angebot von Straßensozialarbeit, pädagogisch intensiv begleitetem Einzelwohnen und Nachsorge. Das Angebot soll möglichst kooperativ und trägerübergreifend erfolgen, damit die besten Ideen verbunden werden und es soll einen Wohnungspool geben, aus dem mit Belegbindungen zeitnah geholfen werden kann. Dieser Pool ist auch für Jugendliche gedacht, damit diese nicht mit 18 Jahren aus der Jugendhilfe in die Obdachlosigkeit entlassen werden. Dieses Angebot ist als Ergänzung zu schon bestehenden Housing‐First‐Projekten und Notschlafstellen gedacht, die wir begrüßen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, die nicht in der Lage sind, in Gruppen zu leben oder das nicht wollen und die ein langfristiges Angebot benötigen. Wer erfolgreich bis zum 18. Lebensjahr in so einer Wohnung gewohnt hat, übernimmt die Wohnung mit einem eigenen Mietvertrag.

In Nordrhein‐Westfalen gibt es schon 234 solcher Plätze, betrieben von der Werkstatt Solidarität Essen. Fast 300 Wohnungen wurden dort nach erfolgreicher Arbeit an volljährige Jugendlichen übergeben. Die Wohnungen stellt die Wohnungswirtschaft zur Verfügung.

In mehreren Gesprächen mit der Sozialbehörde versuchen wir nun, so ein Angebot auch in Hamburg zu etablieren. Wir haben einen sechs Punkte umfassenden Arbeitsplan erstellt, denn es gibt noch einige Fragen zu klären: Neben rechtlichen Fragen müssen Anbieter gefunden werden, die im Kooperationsverbund oder alleine so ein Angebot machen wollen, es müssen Fachkräfte für so ein Angebot gefunden und es muss geklärt werden, wie viele Mittel für so ein Angebot zur Verfügung gestellt werden müssen.

Hilfreich ist dafür, dass die Werkstatt Solidarität Essen bereit ist, ihre bisherigen Erfahrungen und ihre erworbenen Fachkenntnisse einschließlich Informationen über die Kostenstrukturen zur Verfügung zu stellen. Um die bisherigen Überlegungen vorzustellen und die noch vorhandenen Fragen mit der Fachöffentlichkeit zu diskutieren, laden wir zu einer Fachveranstaltung gemeinsam mit Mitarbeiter* innen der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie und dem dortigen ASTA ein. 

Ablauf: 
9:30 Uhr Ankommen und Begrüßung durch Prof. Dr. Christof Beckmann

10:00 Uhr Start mit zwei einleitenden Referaten und Nachfragen

  • Peter Heemann (Geschäftsführer der Werkstatt Solidarität Essen gGmbH) zur Idee und Praxis ihres Angebots in NRW
  • Prof. Dr. Johannes Richter (Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie) mit einer Bewertung des Eckpunktepapiers aus Sicht der Wissenschaft

12:00 – 13:00 Uhr Mittagspause (inkl. beitragsfreiem Essen)

13:00 – 14:30 Uhr Podiumsgespräch unter Einbeziehung des Publikums

  • Malte Block (Jugendsozialarbeit, basis & woge e.V.)
  • N.N. (AK Wohnraum für junge Menschen)
  • Matthias Stein (Sprecher LAG Kindheit und Jugend und Mitglied im LJHA)
  • Dr. Dirk Bange (Sozialbehörde, Amtsleitung Amt für Familie)
  • Mareike Engels (MdHB, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion, Bündnis 90/DIE GRÜNEN)
  • Dr. Andreas Dressel (Finanzsenator, angefragt)
    Moderation: Prof. Dr. Cora Herrmann (Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie) und Ronald Prieß (Botschafter der Straßenkinder, Tu Was, Hamburg!)

Veranstalter: Tu Was, Hamburg! in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Cora Herrmann und Prof. Dr. Christof Beckmann von der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie und dem AStA der Ev. Hochschule

Anmeldung bis 18.02.2025 unter tu-was-hamburg@gmx.de

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